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Une petite voix qui sourd et gronde que je suis seule au monde: Le 15⁄8 von Chantal Akerman und Samy Szlingerbaum
Zu seiner Wiedereröffnung präsentiert das Arsenal Kino in Berlin Le 15⁄8 von Chantal Akerman und Samy Szlingerbaum, einen Film, der nach Jahren relativer Obskurität zuletzt häufiger gezeigt wurde. Die Arbeit von Akerman und ihrem Kindheitsfreund (in ihren Aufzeichnungen nannte sie den Regisseur des bemerkenswerten Bruxelles-transit nach dessen frühen Tod einen Petit…
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Zuhause in Paris
In Paris sitzt man in den Cafés und Brasserien wie im Kino. Seite an Seite blickt man geradeaus und schaut. Man schaut vor sich hin, bis man etwas oder jemanden erblickt und sich darauf fokussiert, bis es vorüber ist. Schnitte passieren nur, wenn man von der Person, die einen mit…
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Schilderungen aus Frankfurt: Stimmen
»Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen«, hört man in Frankfurt am Main dieser Tage oft. Unter anderem im Rahmen von »Pink Moments«, einer Retrospektive über die schwule und lesbische Frankfurter Kinoszene. Interessanterweise beginnen dort die meisten Geschichten in den 1970ern, hören dann aber plötzlich in den 1990ern auf,…
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Die seltsamen Bilder von Jia Zhang-ke
Jia Zhang-ke ist ein rätselhafter Filmemacher. Unlängst veröffentlichte er ein Video für Seedance 2.0 von ByteDance, das KI-System eines chinesischen Technologieunternehmens. Unter dem Titel Jia Zhang-ke’s Dance sieht man dabei eine von KI generierte jüngere und eine ebenso aus dem Text-zu-Bild-Modell entstandene heutige Version des Filmemachers durch die Szenerien seiner…
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Wout, Wout, Wout
Mehr noch als andere Sportarten liebt der Radsport seine Unglücklichen und Verlierer. Das hat unter anderem damit zu tun, dass es in einem Radrennen, trotz gegenteiliger Beteuerungen der übertragenen Medien, nie um Duelle oder ein wirkliches Gegeneinander geht. Im Herzen wissen diejenigen, die sich für den Sport begeistern, dass letztlich…
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Zagreber Kassiber: Sperrsatz
Du hast gesagt, dass es besser wäre, eine Zeit lang nichts mehr zu schreiben. Die Welt ließe das nicht mehr zu. Jedes Wort wäre belagert und zwecklos. Man müsse sich anders ausdrücken, um am Leben zu bleiben. Das war in Zagreb. Wir waren dort einige Tage und beinahe ist nichts…
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Schilderungen aus Frankfurt: Jean Eustache im Deutschen Filmmuseum
Als der vielleicht dreizehnjährige Daniel in Jean Eustaches Mes petites amoureuses sein idyllisches Dorf verlässt, zieht es ihn zuerst an den städtischen Fluss, dann ins Kino und zuletzt auf den Boulevard. Mit einer frühreifen Portion Unverständnis bleibt das Flanieren auf der immerselben Stelle für ihn unbegreiflich. Wer dort geht, kann…
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Raumentfremdung: Drei Arbeiten von Ivan Marković
Architekturfilme sind immer auch Lichtfilme. Am scheinbar regungslosen Objekt betonen sie das, was sich verändert: Staub und Schimmer, Zeit und durch die Gänge gehende Menschen. Die Gebäude erzählen von Verwandlungen. Wie werden sie belebt? Man muss sie nur betrachten und die, die in ihnen stehen. Man muss nur mit ihnen…
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Kvarner Kassiber: Weißer Schaum
Die Kiefern auf der Halbinsel Prniba sind von weißem Schaum bedeckt. Ihre schwarze Borke sieht aus, als wären sämtliche Sterne zugleich am Nachthimmel explodiert. Von der steinigen Erde bis zur Krone, vom Stamm bis zur Spitze der über die auslaufenden Wellen ragenden Äste ist alles von weißem Gesprenkel durchsetzt. Als…



