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  • Schilderungen aus Frankfurt: Stillleben noch einmal

    Den Abend mit nur einem Film zu ver­brin­gen, ist Ver­rat am Kino, dem so gern besun­ge­ner Ort der Begeg­nung. Zwei Fil­me soll­ten es min­des­tens sein, denn anders kann man den ein­zel­nen kaum ver­ste­hen. So tra­fen sich kürz­lich Béla Tarrs Kár­ho­zat und Sohr­ab Shahid Saless’ طبیعتبی‌جان (Tabia­te bijan) im Frank­fur­ter DFF.…

  • Lissabonner Kleinigkeiten: Momente der Lust

    Im gro­ßen Saal der Cine­ma­te­ca Por­tu­gue­sa war im Rah­men des Catch-All-Film­fes­ti­vals Indie­lis­boa unlängst Espel­ho de Car­ne von Anto­nio Car­los da Fon­tou­ra zu sehen. Da der Film online nur in einer sehr aus­geb­li­che­nen VHS-Ver­si­on auf­find­bar ist, kann man behaup­ten: Die hier gezeig­te „neue Restau­rie­rung“ ist tat­säch­lich eine dank­ba­re Ver­bes­se­rung zum Ori­gi­nal.…

  • Gedanken zu Gustave Courbet im Wiener Leopold Museum

    Denkt man an den Maler Gust­ave Cour­bet, fal­len einem wahr­schein­lich eine Rei­he Stich­wör­ter ein, die mit ihm und sei­nem Werk in Ver­bin­dung ste­hen: „Rea­lis­mus“, „sozi­al- und gesell­schafts­kri­tisch“, „Vor­rei­ter“, „Pro­vo­ka­teur“, „Revo­lu­tio­när“ usw. Sol­che kann man in jeg­li­chen Begleit­tex­ten fin­den, so wie in jenen zur Block­bus­ter-Aus­stel­lung mit dem pro­gram­ma­ti­schen Titel „Gust­ave Cour­bet:…

  • Une petite voix qui sourd et gronde que je suis seule au monde: Le 158 von Chantal Akerman und Samy Szlingerbaum

    Zu sei­ner Wie­der­eröff­nung prä­sen­tiert das Arse­nal Kino in Ber­lin Le 15⁄8 von Chan­tal Aker­man und Samy Szlin­ger­baum, einen Film, der nach Jah­ren rela­ti­ver Obsku­ri­tät zuletzt häu­fi­ger gezeigt wur­de. Die Arbeit von Aker­man und ihrem Kind­heits­freund (in ihren Auf­zeich­nun­gen nann­te sie den Regis­seur des bemer­kens­wer­ten Bru­xel­les-tran­sit nach des­sen frü­hen Tod einen Petit…

  • Zuhause in Paris 

    In Paris sitzt man in den Cafés und Bras­se­ri­en wie im Kino. Sei­te an Sei­te blickt man gera­de­aus und schaut. Man schaut vor sich hin, bis man etwas oder jeman­den erblickt und sich dar­auf fokus­siert, bis es vor­über ist. Schnit­te pas­sie­ren nur, wenn man von der Per­son, die einen mit…

  • Schilderungen aus Frankfurt: Stimmen

    »Das kann man sich heu­te nicht mehr vor­stel­len«, hört man in Frank­furt am Main die­ser Tage oft. Unter ande­rem im Rah­men von »Pink Moments«, einer Retro­spek­ti­ve über die schwu­le und les­bi­sche Frank­fur­ter Kino­sze­ne. Inter­es­san­ter­wei­se begin­nen dort die meis­ten Geschich­ten in den 1970ern, hören dann aber plötz­lich in den 1990ern auf,…

  • Die seltsamen Bilder von Jia Zhang-ke

    Jia Zhang-ke ist ein rät­sel­haf­ter Fil­me­ma­cher. Unlängst ver­öf­fent­lich­te er ein Video für See­dance 2.0 von Byte­Dance, das KI-Sys­tem eines chi­ne­si­schen Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­mens. Unter dem Titel Jia Zhang-ke’s Dance sieht man dabei eine von KI gene­rier­te jün­ge­re und eine eben­so aus dem Text-zu-Bild-Modell ent­stan­de­ne heu­ti­ge Ver­si­on des Fil­me­ma­chers durch die Sze­ne­rien sei­ner…

  • Wout, Wout, Wout

    Mehr noch als ande­re Sport­ar­ten liebt der Rad­sport sei­ne Unglück­li­chen und Ver­lie­rer. Das hat unter ande­rem damit zu tun, dass es in einem Rad­ren­nen, trotz gegen­tei­li­ger Beteue­run­gen der über­tra­ge­nen Medi­en, nie um Duel­le oder ein wirk­li­ches Gegen­ein­an­der geht. Im Her­zen wis­sen die­je­ni­gen, die sich für den Sport begeis­tern, dass letzt­lich…

  • Zagreber Kassiber: Sperrsatz

    Du hast gesagt, dass es bes­ser wäre, eine Zeit lang nichts mehr zu schrei­ben. Die Welt lie­ße das nicht mehr zu. Jedes Wort wäre bela­gert und zweck­los. Man müs­se sich anders aus­drü­cken, um am Leben zu blei­ben. Das war in Zagreb. Wir waren dort eini­ge Tage und bei­na­he ist nichts…

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